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Die einfachste Art, einer Arthrose vorzubeugen, ist gleichzeitig die kostengünstigste: Regelmässige Bewegung senkt effektiv das Risiko, jemals von dieser Erkrankung betroffen zu sein. Allerdings ist eine wirksame und verträgliche Schmerzbehandlung für fast alle Arthrosepatienten die wichtigste Voraussetzung für ein ausreichendes Training. Denn nur ein schmerzfreies Gelenk wird freiwillig und unverkrampft bewegt und kann dadurch gesund bleiben.
Sport unterstützt die Verteilung von Nährstoffen in unseren Gelenken: Da der Knorpel nicht von Blutgefässen durchzogen ist, ernährt er sich ausschliesslich von der Gelenkflüssigkeit, der so genannten Synovia, die immer wieder durchmischt werden muss. Wer also seinen Alltag vorwiegend sitzend oder gar liegend verbringt, hungert den Knorpel regelrecht aus (Prinzip: „Use it or loose it“).
Gelegentliche Belastungen führen dann – verglichen mit körperlich aktiven Menschen – wesentlich schneller zu einem Verschleiss. Dies gilt für den jugendlichen Sachbearbeiter im Büro ebenso wie für die 84-jährige Seniorin. Die weit verbreitete Meinung, dass Breitensport das Entstehen einer Arthrose begünstigen könnte, ist nach neueren Erkenntnissen der Sportmedizin nicht haltbar. Selbst intensives Joggen ist unschädlich, so lange alle Gelenke noch topfit sind. Eine Gefahr droht erst dann, wenn die Bänder z.B. an den Sprunggelenken überdehnt sind und das Gelenk dadurch instabil wird. Bei jedem Schritt treffen dann die Knorpelflächen in einem ungünstigen Winkel aufeinander und nutzen sich schneller ab.
Auch unterschiedliche Beinlängen, eine asymmetrisch trainierte Muskulatur, angeborene oder posttraumatische Gelenkdefekte fördern den Abrieb. Wer übergewichtig ist, sollte im Interesse seiner Gelenke sanftere Sportarten wie Schwimmen oder Rad fahren bevorzugen und versuchen, die überflüssigen Pfunde wieder loszuwerden. Eine gute, ausbalancierte Ernährung, in der alle wichtigen Baustoffe enthalten sind, ist ebenso wichtig. Ein Ferrari bekommt doch auch gutes Benzin, ist Ihr Körper nicht wichtiger als ein Ferrari? Ausserdem gilt: Freizeitsportler sollten sich regelmässig von einem Arzt untersuchen und beraten lassen, welche Sportart am besten zum Gesundheitszustand ihrer Gelenke passt.
Bei den ersten Anzeichen einer Arthrose – Schmerzen mit evtl. lautem „Knirschen“ im Gelenk sowie Anlaufschwierigkeiten - ist der Gang zum Arzt umso wichtiger. Gerade dann kommt es darauf an, in Bewegung zu bleiben, statt auf Sport zu verzichten. Ärzte, Sportärzte, Orthopäden und Physiotherapeuten empfehlen Sportarten, die die betroffenen Gelenke aktivieren, ohne sie zu überlasten; beispielsweise Aqua-Jogging, Rad fahren, Schwimmen oder ein gezieltes Aufbautraining im Übungsraum mit physiotherapeutischer Begleitung. Es geht dabei nicht darum, viel Gewicht zu stemmen, sondern die Zirkulation anzuregen, Kraft aufzubauen und die Koordination zu verbessern. Denn Kraft ohne Koordination hat keinen Zweck!
Die Gleitbewegungen, welche nur bei guter Koordination und Kraft möglich sind, schonen Knie-, Fuss-, Hüftgelenke, die Wirbelsäule und alle anderen Gelenke. Ist die Krankheit bereits weiter fortgeschritten, so helfen auch einfache Pendelbewegungen und das selbständige, unbelastete Bewegen der Gelenke, innerhalb der Schmerzgrenze, bevor man diese voll belastet. Zum Beispiel: Beim Aufstehen sollte man zuerst das schmerzhafte Knie im Sitzen in der Luft bewegen, sodass mehr Synovia (Gelenkschmiere) entsteht. Mit einem kalten Motor kann man schliesslich auch nicht gleich Vollgas geben! Viele Patienten mit Arthrose und Schmerzen haben Angst, sich zu bewegen. Leider wird durch das Nichtbewegen immer weniger Gelenkschmiere produziert.
Das heisst, dass es auch keine neue Ernährungs- und Aufbaustoffe gibt. Was noch schlimmer ist, es findet kein Abtransport der Abfallstoffe statt! Somit wird der Säurewert (PH-Wert) negativ und es entstehen mehr Verklebungen. Mehr Verklebungen heisst mehr Schmerzen. Schmerzen ergeben Verhärtungen (Hypertonie) der Muskulaturen des betroffenen Gelenks. Somit wird wieder weniger bewegt, es entstehen mehr Verklebungen etc. So entsteht ein richtiger „Teufelskreis“, aus dem man meistens ohne Hilfe des Arztes und/oder des Physiotherapeuten nicht mehr entweichen kann. Schmerzen bestimmte Gelenke bei jeder Bewegung, so wird der Arzt ein Schmerzmittel empfehlen, um eine vollständige Versteifung zu verhindern. Der Arzt wird Sie genau aufklären, wie es mit Ihren Gelenken aussieht und was Sie selber tun können. Je nach Befund beim Untersuch entscheidet der Arzt, ob Physiotherapie geeignet wäre. Es ist jedoch schade, dass in letzter Zeit viele Krankenkassen die Notwendigkeit von gut dosierter Übungstherapie / Physiotherapie nicht einsehen und somit auch am falschen Ort gespart wird, obwohl die Physiotherapie weniger als 2 % der gesamten Gesundheitskosten ausmacht.
Wer fit ist, hat mehr vom Leben!!
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